Glühwein und andere Grauslichkeiten

Alle Jahre wieder, wenn sich zumindest im Kalender der Winter und im Speziellen Weihnachten ankündet, machen sich wieder diese Ansammlungen von Sperrholzhütten in ziemlich allen zivilisierten Innenstädten breit. Übergroße Schuhschachteln - perfekt geklont, perfekt ausgerichtet und in der Regel gefüllt mit sinnbefreiten Mitbringseln zu ebensolchen Preisen. 


Wie jedes Jahr schwemmt es auch mich an die Glühweinwiese. Ich hoffe noch, dass sich die Kritik an den Glühweinstandlern und deren Qualität im letzten Jahr positiv auf die Qualität auswirkt. Kaum angekommen habe ich schon einen dampfenden Becher mit Glühwein in meinen Händen, ich vergesse den Kniefall vor der Gewinnmaximierung der letzten Jahre. Neuer Markt, neues Jahr, tolle Stimmung, viele bekannte Gesichter und dann,...



... immerhin hat man dieses Jahr nicht die 25 Liter Gebinde vom Metro hinter der Hütte herum liegen lassen - das ist mein verkürztes Fazit. 


Ich erwarte mir von einem Glühwein kein prämierter Wein, keine Meisterleistung des Herrn Schuhbeck und schon gar nicht einen dieser exklusiven Kompositionen die am Rennwochenende von Kitz an gut betuchte Klientel ausgeschenkt wird. Ich erwarte mir aber, dass das erste Wort das mit zu Glühwein einfällt nicht "Marke Pennerglück" ist. Ich glaube auch nicht, dass das für 5 Euro incl. Pfand zuviel verlangt ist. Einen zweiten Becher Glühwein und einen Glühmost später, man kann sich die Braut durchaus schönsaufen, resigniere ich. Der Gegner ist zu übermächtig. 


Auf dem Nachhauseweg schneie ich noch beim C&C meines Vertrauens vorbei um Zutaten für eine würdevolle Version des Glühweins zu kaufen. Das mit dem Glühmost allerdings lasse ich lieber, warmer Most geht gar nicht. Das ist wie ein Schweinsbraten in einer Biersauce. Bier hat maximal 6 Grad zu haben und in einer Sauce nichts zu suchen. 


Tante Beate hat mir vor Jahren ihr Glühweinrezept anvertraut und ich denke hier und jetzt ist der richtige Moment es mit euch zu teilen. 


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